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Gesundheit & Wellness

Licht im Fokus

Gesund und leistungsfähig am Arbeitsplatz

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Ein Beitrag von Michael Bender, Expert of Lighting Design

Ich bin der festen Überzeugung, dass rund 60% der Stress bedingten Arbeitsausfälle wie beispielsweise Kopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsschwächen, ständige Müdigkeit oder Winterdepression verhindert werden könnten, wenn in Bürogebäuden ein bedarfsgerechtes und zeitgemäßes Beleuchtungskonzept umgesetzt würde, und Mitarbeiter im Umgang mit natürlichem bzw. künstlichem Licht sensibilisiert werden. Denn Licht ist essenziell für unseren Organismus, es steuert unseren Hormonhaushalt, unsere Stimmung und unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

So ist es in der kalten Jahreszeit: es wird früh dunkel und tagsüber teilweise auch gar nicht richtig hell. Darum ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Licht zu versorgen. Ein typisch für diese Jahreszeit auftretendes Krankheitsbild ist die SAD, Seasonal Affective Disorder oder auch Winterdepression genannt.

Bekannte Anzeichen für eine Winterdepression: Sie sind niedergeschlagen und antriebslos, haben ein extremes Schlafbedürfnis und Heißhunger auf Süßes. Die Winterdepression hat als Ursache einen akuten Lichtmangel. Aber wie kommt es jetzt zu diesem Lichtmangel, und wie können wir diesem vorbeugen? Stellen wir uns einmal vor, wir haben einen trüben Wintertag,  an dem es gar nicht richtig hell wird. An so einem Tag haben wir immerhin noch eine mittlere Beleuchtungsstärke von rund 3.500 Lux (im Sommer bei klarem Himmel ca. 100.000 Lux). Gehen wir jetzt davon aus, dass ein Büro der Norm entsprechend beleuchtet ist, sollten es dort rund 500 Lux am Arbeitsplatz sein. Der Unterschied von rund 3.000 Lux lässt also schon erahnen, was mit Lichtmangel gemeint ist.

Jetzt stellen wir uns den Tagesablauf einmal vor. Wir kommen morgens im Dunkeln ins Büro und schalten die Beleuchtung ein, die uns den ganzen Tag im besten Fall mit 500 Lux versorgt. Abends kommen wir ebenfalls im Dunkeln wieder nach Hause, wo die übliche Beleuchtungsstärke zwischen 150 und 400 Lux liegt. Das heißt konkret, dass wir uns in den Wintermonaten von einem dunklen Ort zum nächsten bewegen, und das schlimmstenfalls über eine lange Zeit.

Es wird aber noch erschreckender! Denn rund 60 bis 70% aller Büros erreichen nicht einmal die Anforderungen an die Beleuchtung, die laut Arbeitsstättenverordnung vorgeschrieben sind. Das liegt oft daran, dass die Beleuchtung in die Jahre gekommen ist, unseriös gewartet oder einfach schlecht bzw. nicht fachgerecht geplant wurde. Man sollte doch denken, dass in einer Zeit, in der Smartphone-Hersteller wie Apple einen Dark Mode bzw. einen Blaulichtfilter in mobilen Endgeräten anbieten, auch die Beleuchtung an unseren Arbeitsplätzen sich dem entsprechend weiterentwickelt hat. Aber das ist nicht der Fall, obwohl das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Licht immer mehr Menschen interessiert. Auch heutzutage werden in modernen Bürogebäuden immer noch Lichtkonzepte aus den 1970er Jahren umgesetzt.

Da unser Auge ein absolutes Hochleistungsorgan ist, machen wir uns keine Gedanken über die Qualität der Beleuchtung, so lange unsere visuellen Bedürfnisse befriedigt werden (wir können deutlich erkennen, was wir erkennen wollen). Es ist aber die Qualität der Beleuchtung, die den Unterschied macht; hierbei spielen Lichtfarbe, Intensität und vor allem das Flimmern von Leuchten eine große Rolle. Letzteres hat sogar große Auswirkungen auf unser Wohlbefinden; Kopfschmerzen, Migräne und Müdigkeit stehen in direktem Zusammenhang mit dem nervigen Flimmern von Leuchten. Aus diesem Grund muss in jedem Büro darauf geachtet werden, dass die Beleuchtung flimmerfrei funktioniert. Dies ist übrigens auch in der Arbeitsstättenverordnung so festgehalten.

Moderne Lichtkonzepte orientieren sich an der Natur und erfordern eine bedarfsgerechte, professionelle Planung. Als Beispiel nehme ich gerne den Vergleich zwischen den Abteilungen Buchhaltung und Grafik in einer Firma. Zwei Bereiche in einem Unternehmen, die vollkommen unterschiedliche Anforderungen an die Sehaufgaben der Mitarbeiter stellen. Was bedeutet, dass nicht einfach ein Lichtkonzept für alle Abteilungen erstellt werden kann, sondern sich schon in der Planungsphase damit befasst werden muss, welche ganz spezifischen Anforderungen an die Beleuchtung in welcher Abteilung bestehen.

Bei optimaler Umsetzung der speziellen Anforderungen, werden dann auch in den Wintermonaten die Mitarbeiter ihre volle Leistung abrufen können. Und im Idealfall nicht mehr unter einer Winterdepression leiden müssen...

www.bender-licht.de