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Regionales

Gewusst wie: (Ver-)Erben will gelernt sein

„AfterWork meets BusinessTalk“

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Es ist innerfamiliär, aber auch innerbetrieblich ein klassisches Vermeidungsthema: Was geschieht mit meinen Sachen, wenn ich diese Welt verlasse? Erben und Vererben ist in Deutschland vor allem dann ein heißes Eisen, wenn man Regelungen treffen möchte, die von den gesetzlichen abweichen. Die gesetzlichen Regelungen greifen ähnlich wie im Vertragsrecht immer dann automatisch, wenn nichts Anderslautendes verfügt wurde. Will ein Erblasser genau dies aber nicht, so muss er im Vorfeld aktiv werden. Zwei Experten auf diesem Gebiet fassten die wesentlichen zu beachtenden Punkte jetzt im Rahmen der in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Vortragsreihe „AfterWork meets BusinessTalk“ zusammen: Nachlassverwalter Stefan Mross (links) und Erbrechts-Fachanwalt Johannes Pyhrr (Zweiter v. rechts). Eingeladen hatten Steuerberater Michael Nebgen (Zweiter v. links), die Anwaltskanzlei Caspers, Mock & Partner – hier vertreten durch Fachanwalt Markus Schmuck (rechts), der schwungvoll moderierte – und die Koblenzer Versicherungsvermittlung Cura, deren Inhaberin, die Immobilienexpertin und Versicherungsfachfrau Andrea Regnery (Mitte), den Abend bei Alexander's Catering in Urmitz organisierte. Mross und Pyhrr erläuterten Eckpfeiler der gesetzlichen Regelungen und gaben Tipps für die gängigsten Wunschmodelle. Mross wies auf das Verfassen eines Testaments hin, dass auch dann, wenn dieses nicht notariell geschieht, in jedem Fall beim zuständigen Amtsgericht hinterlegt sein sollte: „Das kostet lediglich rund 75 €, bindet alle in Frage kommenden Erben und verhindert eine widerrechtliche Beseitigung des Dokuments durch eventuell benachteiligte Parteien“, erklärt Mross. Die (steuerrechtlichen) Tücken im Todesfall von Gesellschaftern bei Personen- oder Kapitalgesellschaften brachte Pyhrr auf den Punkt. Oft widersprechen testamentarische, privat gemachte Verfügungen bestehenden Gesellschafterverträgen und bereiten Erbgemeinschaften kolossale und kostspielige Probleme. „Insbesondere Unternehmer mit beträchtlichen Betriebsvermögen sollten nicht an anwaltlichen Beratungen im Vorfeld sparen“, gab er als ernst gemeinten Tipp mit auf den Weg. Übrigens: Bei Rechtsschutzversicherungen können Beratungs- oder Verfügungserstellungskosten durchaus mitversichert werden – hier empfiehlt sich in jedem Fall ein klärendes Gespräch mit dem eigenen Versicherer. Gespräch Angesichts der breit gestreuten Diversität dieses Themenkomplexes dauerte der Abend noch bis lange nach den Vorträgen in angeregten Gesprächen an – wohlschmeckend und in lauer Sommernachtsatmosphäre.

Text: Marius Constant