Skip to main content
Recht & Finanzen

2018 bringt steuerliche Neuerungen für Unternehmen

Weitersagen

Seit Beginn des Jahres 2018 greifen viele Änderungen im Steuerrecht – höchste Zeit sich zu informieren und die Prozesse des Unternehmens daran anzupassen. Das Koblenzer Stammhaus der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft DORNBACH hatte bereits am 24. November 2017 einen Thementag zu Neuerungen rund um Rechnungswesen, Steuern und Recht veranstaltet. Dabei haben Experten deutlich gemacht, was es für Unternehmen zu beachten gilt und welche Schritte nötig sind, um Haftungsrisiken zu umgehen.

Die Bundesregierung ist noch jung, aber die Steuerreform kommt bestimmt:Bereits zwei Monate nach der Bundestagswahl, als die Sondierungsgespräche in vollem Gange waren und die „Groko“ noch in den Sternen stand, blickte DORNBACH bereits in die steuerliche Glaskugel. Dabei aufgeworfene Fragen werden mittlerweile immer drängender: Wie geht es mit dem Solidaritätszuschlag weiter? Werden Umweltprojekte in Zukunft steuerlich mehr gefördert? Wird die steuerliche Behandlung von Dienstwagen verschärft?

Auf die Antworten müssen die Wähler noch warten. Betrachtet man die Ziele von SPD und CDU, ergeben sich Schnittmengen: Familien mittleren Einkommens sollen entlastet und Solidaritätszuschlag sowie Abgeltungssteuer sollen schrittweise abgeschafft werden. Problempunkte bleiben, seit dem Stand im November 2017, voraussichtlich weiterhin die Abschaffung des Splittings, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes und die Vermögensteuer.

Geldwäsche und illegale Geschäfte? Die Antwort der Regierung ist Transparenz

Bereits im Juni 2017 gab es eine Gesetzesänderung, die den Mittelstand immer gläserner macht: das Transparenzregistergesetz. Anlass waren die Panama Papers. Ziel der Neuerung ist es, Terroristen und anderen Kriminellen zu erschweren, das globale Finanzsystem zu missbrauchen. Dies geschieht meist mithilfe von „Briefkasten-Gesellschaften“, die für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung genutzt werden. Um dem entgegenzuwirken, werden wirtschaftlich Berechtigte von Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Stiftungen aktuell erfasst und der Finanzverwaltung zugänglich gemacht.

Auch viele Mittelständler spüren die Auswirkungen des elektronischen Transparenzregisters: Für die vielen legal agierenden Unternehmen bedeutet die Gesetzesänderung einen zusätzlichen bürokratischen und finanziellen Aufwand. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das neue Gesetz jedoch so unklar formuliert, dass ergänzende Auslegungs- und Anwendungshinweise nötig sein werden. Erst dann kann sicher gehandelt werden. Bis dahin heißt es für Unternehmen: Um Transparenz bemühen – so gut wie möglich.

Compliance – jetzt auch bei den Steuern unumgänglich

Tax Compliance Management Systeme (Tax CMS) können auch für mittelständische Unternehmen ein nützliches Hilfsmittel zur Steueroptimierung und Risikominimierung sein. Denn wenn ein Unternehmen ein Tax CMS eingerichtet hat, kann dies aus Sicht der Finanzverwaltung ein Indiz dafür sein, dass etwaige Fehler in der Steuererklärung ohne Vorsatz und ohne Leichtfertigkeit erfolgt sind. Im Idealfall wird durch ein wirksames Tax CMS der Verdacht auf Steuerunehrlichkeit ausgeräumt. Es ist zu empfehlen, dass entsprechende Experten die Einrichtung eines Tax CMS begleiten und/oder prüfen.

EU Datenschutz-Grundverordnung tritt bald in Kraft

Ab dem 25. Mai 2018 wird die EU Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) unmittelbar in jedem Mitgliedsstaat der EU gelten. Für Unternehmen bedeutet dies, dass noch mehr Vorsicht geboten ist – sowohl bei neuen als auch bei bereits gespeicherten personenbezogenen Daten sowie deren Verarbeitung. Das Risiko hoher Geldbußen (künftig bis zu 20 Mio. Euro statt zuvor bis 300.000 Euro) kann mit der folgenden Vorgehensweise abgewendet werden: Durchführung einer Gefährdungsanalyse bezüglich bestehender datenschutzrechtlicher Risiken, Modifizierung beziehungsweise Implementierung eines Datenschutz-Management-Systems und anschließend eine Anpassung der bisherigen Strukturen und Prozesse an die neuen Vorgaben. Generell sollten Unternehmen beachten, dass eine Datenerhebung und -verwendung grundsätzlich verboten ist, es sei denn, eine Einwilligung oder gesetzliche Ermächtigungsgrundlage liegt vor.

Rechtzeitig informiert die Haftung umgehen

Beim „DORNBACH Forum 2017“ informierten sich rund 60 mittelständische Unternehmen über das, was 2018 steuerlich Wirklichkeit ist. Es ist wichtig, das eigene Unternehmen regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Dieses Jahr müssen die Prozesse an die Neuerungen in Transparenzregister, Tax Compliance und EU-Datenschutz Grundverordnung angepasst werden. Eine Beratung dabei lohnt sich, denn bei Leichtsinnigkeit und Nichtbeachtung drohen mitunter hohe Bußgelder. Zu sperrig sollten die Sicherheitsmaßnahmen jedoch auch nicht sein, denn wie sagte bereits Konfuzius: „Über das Ziel hinausschießen ist ebenso schlimm wie nicht ans Ziel kommen.“ Weiterhin spannend bleibt, welche steuerlichen Veränderungen die neue Regierung in der gleichen Zusammensetzung, jedoch mit neuem Personal, mit sich bringt. www.dornbach.de