Regionales

GipfelstĂĽrmer in RLP

Sommerliche Ausflüge zu den höchsten Bergen im Land

Wenn die Sommerhitze im Rheintal steht und sich kein LĂĽftchen rĂĽhrt, träumt sich so mancher wegen der ersehnten AbkĂĽhlung fort ans Meer - doch das ist weit weg. Und als Alternative in die Berge? Ebenfalls Fehlanzeige. Oder doch nicht?  

Im Sommer gerne vergessen wird die Tatsache, dass auch Rheinland-Pfalz Berge hat, die diesen Namen verdienen. Gut, mit Zweitausendern können wir nicht dienen. Aber sie sind immerhin hoch genug, um im Winter mit Skipisten und Schlittenbahnen zu locken. Doch während in der kalten Jahreszeit Hochbetrieb auf den höchsten Bergen von Rheinland-Pfalz herrscht, kann hier im Sommer von Besucherströmen keine Rede sein. Eigentlich schade, denn viele Berge im Land lohnen auch einen Besuch in der warmen Jahreszeit.

Erbeskopf

Die Hitparade der höchsten Erhebungen in Rheinland-Pfalz wird angeführt vom Erbeskopf. Mit 816,32 m ü. NHN ist er der höchste Berg im Hunsrück, im Landkreis Bernkastel-Wittlich und in Rheinland-Pfalz. Das Erholungsgebiet Erbeskopf liegt in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück sowie in der Nationalparkkulisse des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist der jüngste in Deutschland. Auf gut 100 qkm beginnt hier rund um den Erbeskopf ein Urwald von morgen zu entstehen. Schon heute beherbergt das Gebiet eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt und ist ausgezeichnet als Hotspot der Biodiversität. Die Wälder sind Lebensraum für Schwarzstorch, Fledermäuse und Spechte und das größte Wildkatzenvorkommen Mitteleuropas. Deshalb befindet sich hier im Wildfreigehege Wildenburg auch das Wildkatzenzentrum mit Auffang- und Auswilderungsstation.

Vom Gipfel reicht die Sicht bei klarem Wetter weit über die Hunsrücklandschaft bis zu den Vulkanbergen der Eifel, dem Schaumberg beim saarländischen Tholey und dem Donnersberg in der Pfalz. Mehrere Themenwanderwege, u.a. der „Gipfelsteig“ sowie die „Traumschleife Gipfelrauschen“ haben auf dem Erbeskopf ihren Ausgangspunkt. Sehenswert auch die von dem Bildhauer C. Mancke entworfene Windklangskulptur, die in eindrucksvoller Weise das Zusammenspiel von Natur und den Elementen inszeniert. Tonnen von Stahl, verpackt in ein Holzkleid, inmitten der traumhaften Hunsrücklandschaft kreieren ihre eigene Musik. Jedes Wetter spielt hierbei seinen eigenen „Song“, sodass sich ein Besuch bei jeder Wetterlage lohnt.

Als Einkehrmöglichkeit empfiehlt sich das Bistro im Hunsrückhaus. Freizeitspaß für Jung und Alt bietet die Sommerrodelbahn mitten auf der Skipiste des Erbeskopfs. Auf einer 1.356 Meter langen Trasse werden Geschwindigkeiten bis zu 42 km/h erreicht. Besonders hervorzuheben ist, dass man nicht in einer Schale rodelt, sondern auf einer Aluminiumschiene, was echtes Kurvenfeeling bedeutet und die Fahrt besonders attraktiv und sicher macht. Die aktuellen Öffnungszeiten der Sommerrodelbahn sowie weitere Informationen zu Wanderrouten und mehr unter: www.erbeskopf.de

Hohe Acht

Die Hohe Acht bei Adenau ist mit 746,9 m ĂĽ. NHN der höchste Berg der Eifel und markiert die Grenze der Landkreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Der Berg kann auf Wanderwegen und -pfaden erwandert werden, unter anderem auf der Eifelleiter, einem 52,8 km langen Fernwanderweg zwischen Bad Breisig am Rhein und Adenau in der Ă–stlichen Hocheifel. Der 2015 eingerichtete, zertifizierte Premiumwanderweg verbindet in drei Etappen drei typische Landschaften: das Mittelrheingebiet, die Vulkaneifel und die Ă–stliche Hocheifel mit der Hohen Acht. An zahlreichen Stellen ist ein weiter Blick ĂĽber die Eifellandschaft möglich.

Auf dem bewaldeten Berg, der Wander- und Wintersportgebiet ist, steht der Kaiser-Wilhelm-Turm. Der 1908/09 errichtete Aussichtsturm steht unter Denkmalschutz und bietet von der Aussichtsplattform Blicke in die Eifel (mit Scharteberg, Döhmberg, Michelsberg, Hochthürmerberg, Schöneberg, Nürburg, Hochkelberg, Gänsehals, Hochstein, Hochsimmer), zum Siebengebirge und bei guten Sichtbedingungen bis zum Westerwald, Taunus und Hunsrück sowie zur Region Niederrhein. Einkehrmöglichkeit: „Hotel Hohe Acht“. Tipp: Die Einfahrt zu den Touristenfahrten auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings erreicht man von hier in knapp 5 Minuten (www.hohe-acht.com).

Idarkopf

Der Idarkopf gehört mit 745,7 m ĂĽ. NHN zu den höchsten Erhebungen in Rheinland-Pfalz und befindet sich bei Stipshausen im Zentrum des HunsrĂĽcks in einem ausgedehnten Waldgebiet, dem Idarwald. Auf seinem Gipfel bietet ein 28 m hoher Aussichtsturm einen schönen Blick ĂĽber die Landschaft. Ein lohnendes Wanderziel also auch im Sommer. Sehenswert ist auch der Skulpturenpark in Stipshausen.

Wer lieber auf zwei Rädern als auf Schusters Rappen unterwegs ist, darf sich auf das Jahr 2018 freuen. Dann soll hier im Hunsrück der ambitionierteste Bikepark Deutschlands eröffnet werden inklusive Lift für ein schnelles Hochkommen. Das Projekt wird naturverträglich von den besten Streckenbauern und mit Unterstützung von Red Bull gebaut. Infos zum Idarkopf und seinen Freizeitattraktionen unter: www.vg-rhaunen.de

Fuchskaute

„O du schöner Westerwald, ĂĽber deine Höhen pfeift der Wind so kalt, jedoch der kleinste Sonnenschein dringt tief ins Herz hinein“. Die heimliche Nationalhymne der Wäller kommt nicht von ungefähr. Ein erfrischendes LĂĽftchen weht hier oben auf der Fuchskaute fast immer. Was will der sommerhitzegeplagte Wanderer mehr? Da, wo der Westerwald am höchsten ist, sagt der Fuchs dem Hasen „Gute Nacht“ und verzieht sich in seine Höhle, die „Fuchskaute“. Aber eigentlich ist die Fuchskaute ein erloschener Vulkan und mit 657,3 m ĂĽ. NHN der höchste Berg des Westerwaldes und des Westerwaldkreises. Er liegt im Gebiet der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde Willingen. Teile des Osthangs befinden sich in Hessen. In der Umgebung der Fuchskaute gibt es auf rund 250 km Länge gut ausgebaute und markierte Wanderwege, die unter anderem zu den Naturschutzgebieten Wacholderheide, in die Holzbachschlucht und zur Krombach-Talsperre fĂĽhren. Ăśber die Fuchskaute verlaufen auch der Westerwaldsteig und die SĂĽdschleife des Rothaarsteigs.

Die Gastronomie auf dem höchsten Punkt des Westerwalds hat sich ganz auf die Wanderer eingestellt. Das freundliche Team der „Fuchskaute Lodge“ heißt ganzjährig seine Gäste willkommen. Hier kann man sich bei schönem Wetter im höchsten Biergarten des Westerwalds mit einem erfrischenden Getränk und einer leckeren Mahlzeit für die nächste Etappe stärken oder auch eine Übernachtungspause einlegen: Vom preiswerten Massenlager für Wanderer bis zur Junior Suite reicht das Angebot (www.fuchskaute-lodge.de)

Text: Angelika Reinemann-Klees